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Die Melisse - Melissa officinalis
Pflanze des Monats - Die Melisse
Melisse (auch als Zitronenmelisse bekannt) ist Heilpflanze des Jahres 2006! Melisse gehört zu den ältesten bekannten Heilkräutern und wurde bereits in der Antike, später von Hildegard von Bingen und Paracelsus verwendet. „Melisse ist das beste für das Gehirn, denn sie stärkt das Gedächtnis und treibt die Melancholie mit Macht aus.“ So faßte ein englischer Arzt um das Jahr 1700 die traditionelle Anwendung zusammen.

Bild: Isolde Altersberger, Henriette KressVorkommen der Melisse
Melisse wächst wild im östlichen Mittelmeerraum, läßt sich aber auch bei uns im Garten ziehen. Melisse ist eine ausdauernde Staude und wird durch Samen oder Stecklinge vermehrt. Im zeitigen Frühjahr werden die Stöcke ausgepflanzt, sie brauchen einen feuchten, humusreichen Boden und eine warme Lage. Die jungen Blätter und Triebspitzen können laufend am besten vor der Blüte geerntet werden.

Wo kann die Melisse helfen?

Melissenblätter enthalten ein zitronig-frisch duftendes Ätherischöl. Es wirkt beruhigend und krampflösend. Melissenextrakte werden innerlich eingenommen (Tee, Fertigarzneimittel, Melissengeist) bei Schlafstörungen, Unruhezuständen und nervös bedingten Magen-Darmstörungen. Das Ätherischöl wird in der Aromatherapie und als Badezusatz ebenfalls bei Unruhezuständen und Schlaflosigkeit verwendet.
Melissenblätter enthalten auch Gerbstoffe und sog. Polyphenole mit antiviraler Wirkung. Diese Eigenschaft wird äußerlich bei Herpes-Infektionen genutzt.
Bei in-vitro-Untersuchungen hemmten Melissenextrakte die Funktion der Schilddrüse – der Einsatz bei Schilddrüsenüberfunktion wird noch überprüft.
Melissenblätter werden in der Küche auch als Gewürz und zum Verfeinern von Süßspeisen verwendet.

Worauf ist unbedingt zu achten?
Melisse ist sehr gut verträglich. Wie bei allen Beruhigungsmitteln ist nicht auszuschließen, daß insbesondere bei hohen Dosierungen die Reaktionsfähigkeit und damit die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist. Aufgrund einer möglichen Wirkung auf die Schilddrüsenaktivität ist beim Vorliegen einer behandlungsbedürftigen Schilddrüsenerkrankung Rücksprache mit dem Arzt empfehlenswert.


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