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Der Hopfen - Humulus lupulus
Pflanze des Monats - Der HopfenDie ursprüngliche Heimat dieser Kletterpflanze wird im eurasischen Raum vermutet und so ist es nicht verwunderlich, dass die Araber deren Nutzen für die Bierherstellung als erste erkannten. Der Hopfenzusatz verleiht dem Bier nicht nur das typische Aroma, er bewirkt auch eine bessere Haltbarkeit und stabilisiert den Schaum. In Europa wurde Hopfen seit dem 8. Jh. vorwiegend von Mönchen angebaut und für die Bierbrauerei verwendet. Eine medizinische Bedeutung erhielt er erst im 11. Jh. durch Hildegard von Bingen, obwohl er schon in der Antike bekannt war. Damals wurden aber nur die Sprosse als Gemüse verwendet, wie von Plinius überliefert ist.

Bild: Isolde Altersberger, Henriette KressWoher kommt der Name?
„Humulus“ leitet sich vom lateinischen Wort „Humor“ = Feuchtigkeit ab und bezieht sich auf die Standortvorliebe der Wildpflanze. Für das schnelle Wachstum ist reichlich Wasser nötig ohne dass Staunässe zu Fäulnis führen kann. So wird Hopfen vorwiegend in Auwäldern mit lehmigen Sandböden gefunden. „Lupulus“ ist die Verkleinerungsform vom lat. „lupus“ = Wolf und wurde von Plinius geprägt, der in der Kletterpflanze, die sich an Weiden empor rankt und fest umschließt eine Analogie zum Schafe reißenden Wolf sah.

Wo kann der Hopfen helfen?
Traditionell werden Zubereitungen aus den weiblichen Blütenstände (Hopfenzapfen) als mildes Beruhigungsmittel bei Einschlafstörungen, Unruhe- und Angstzuständen eingesetzt. Da für Hopfen selbst kein wissenschaftlicher Nachweis für eine Wirkung vorliegt und das therapeutische Prinzip nicht klar ist, werden als Fertigarzneimittel meist Kombinationen mit Baldrianwurzel und/oder anderen Pflanzenextrakten angeboten. Die Verwendung von Hopfenkissen als Einschlafhilfe geht auf die Beobachtung zurück, dass Hopfenpflücker während der Arbeit oft müde wurden und einschliefen, ein objektiver Wirksamkeitsnachweis ist dies allerdings nicht. Hopfenextrakte werden auch in kosmetischen Präparaten verwendet. So sorgt ein Hopfenzusatz in Haarshampoos oder –spülungen für mehr Glanz bei dunklem Haar, Cremes mit Hopfen sollen hautstraffend wirken.

Worauf ist unbedingt zu achten?
Obwohl für Hopfen bei üblichem Gebrauch keine Nebenwirkungen bekannt sind, sollten diese Arzneimittel nicht während Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden. Hopfenzapfen enthalten in geringen Mengen eine östrogenartige Substanz und unerwünschte Wirkungen können nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
Ferner dürfen Zubereitungen aus Hopfen nicht bei Überempfindlichkeit gegenüber der Pflanze verwendet werden.


Quelle:  http://www.heilpflanzen-suchmaschine.de
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