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Die Medizinische Hefe - Saccharomyces cerevisiae

Pflanze des Monats - Der WeissdornHefen sind einzellige Mikroorganismen und bilden eine eigenständige Gruppe im großen Reich der Pilze. Wie alle Pilze besitzen auch die Hefen kein Chlorophyll und sind auf organische Substanzen angewiesen, um ihren Energiebedarf zu decken. Die zu den Echten Hefen zählende Bierhefe wandelt dazu in sauerstoffarmen Millieu Zucker in Ethanol und Kohlendioxid um, ein Prozess, der als Gärung bezeichnet wird. Obwohl der Mensch bereits seit vielen tausend Jahren alkoholische Getränke brauen oder Brot backen kann, erkannte erst Louis Pasteur Mitte des 19. Jahrhunderts, dass lebendige Mikroorganismen den Alkohol produzierten. Erst dann konnten bestimmte Heferassen entwickelt werden und der Geschmack des Lebensmittels war nicht mehr dem Zufall überlassen.
In Indochina behandelten Einheimische Durchfallerkrankungen durch das Lutschen von Litschischalen. Der vom französische Wissenschaftler Henri Boulard von diesen Schalen isolierte Stamm erhielt den Namen Saccharomyces boulardii und spielt auch heute eine große Rolle in der Behandlung von Durchfallerkrankungen.
Hefen sind ebenfalls in der gentechnologischen Herstellung von Arzneimitteln bedeutsam.

Woher kommt der Name?
Die Bezeichnung „Saccharomyces“ setzt sich aus den griechischen Wörtern „sakzaron = Zucker“ und „mykez = Pilz“ zusammen, „cerevisia“ bedeutet im Lateinischen Bier. Somit wird verdeutlicht, dass die Hefe ein Pilz ist, der Zucker vergären kann und sich damit Bier herstellen lässt.

Bild: Isolde Altersberger, Henriette KressWo kann die Medizinische Hefe helfen?
Die medizinische Hefe ist reich an Vitaminen der B-Gruppe und Mineralstoffen und bewirkt eine Steigerung des darmassoziierten Immunsystems. Allgemein wird die Bierhefe als probiotisches Lebensmittel bei chronischen Formen der Akne eingesetzt. Der ehemals als S. boulardii bezeichnete Hefestamm erwies sich als wirksam zur Behandlung von Durchfällen, aber auch zur Vorbeugung, wie z.B. gegen Reisedurchfälle oder Durchfällen während einer Antibiotikatherapie. Unter Antibiotikaeinnahme kann die natürliche Darmflora zerstört werden, diese Hefepräparate unterdrücken die Vermehrung krankmachender Keime im Darm, binden aber auch Giftstoffe bestimmter Bakterien und schwächen den mit Durchfällen einhergehenden Wasser- und Mineralstoffverlust ab.

Worauf ist unbedingt zu achten?
Bei akuten Durchfallerkrankungen ist insbesondere bei Kindern die wichtigste Maßnahme, den Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten, z.B. durch die Einnahme von Präparaten zur oralen Rehydration, zu ersetzen. Ferner sollte bei Durchfällen, die länger als zwei Tage dauern oder mit Blutbeimengungen oder Fieber einhergehen, ein Arzt aufgesucht werden. Sollte eine Stuhlprobe im Labor untersucht werden müssen, muss der Arzt auf die Einnahme von Hefepräparaten aufmerksam gemacht werden, da es ansonsten zu falschen Befunden kommen könnte.
Die Wirksamkeit von Hefepräparaten beruht auf die Lebensfähigkeit dieser Mikroorganismen, daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass es bei schwer in der körpereigenen Abwehr geschwächten Personen oder Patienten mit einem zentralvenösen Zugang zu einer generalisierten Infektion kommen kann. Daher sollte in diesen Fällen auf die Anwendung dieser Präparate verzichtet und andere Behandlungsmethoden angewandt werden.
Obwohl bei der Verwendung von Hefe als Lebensmittel keine nachteiligen Wirkungen bekannt geworden sind, wird die arzneiliche Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren und während Schwangerschaft oder Stillzeit nicht empfohlen, da hierzu keine Erkenntnisse vorliegen.

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