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Der Flohsamen - Plantago afra
Pflanze des Monats - Der Flohsamen Die Samen des Flohkrauts und des Sandwegerichs (P. arenaria) waren schon in der Antike bekannt. Dioskurides empfiehlt in seiner Materia medica allerdings nur die äußerliche Anwendung wegen der kühlenden Wirkung bei Hauterkrankungen in Form von breiigen Umschlägen. Erst gegen Ende des 13. Jh. erkannte man seinen Nutzen zur Behandlung von Verstopfung und Durchfällen.

Heute werden überwiegend die Samen oder Samenschalen des Indischen Wegerichs (P. ovata) medizinisch verwendet, da diese eine noch höhere Quellkraft besitzen und im Gegensatz zu Flohsamen keine schwarze Pigmente enthalten.

Woher kommt der Name?
Plantago leitet sich vom lateinischen Wort „planta“ = Fußsohle ab und bezieht sich auf die Blattform des Breitwegerichs (Plantago major), einem Verwandten des Flohkrauts. „Psyllium“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet Floh. Wie die deutsche Bezeichnung „Flohkraut“ ist ein Zusammenhang aus der Beobachtung hergestellt worden, dass die kleinen Samen beim Verschütten umherspringen wie Flöhe.

Bild: Isolde Altersberger, Henriette KressWo kann der Flohsamen helfen?
Flohsamen und auch der Indische Flohsamen enthalten stark quellende Substanzen, die als unlösliche Ballaststoffe mit Wasser eine gelatineähnliche Masse bilden und durch die Volumenzunahme die Darmtätigkeit anregen. Außerdem kommt es zu einer Aufweichung von hartem Stuhl. Flohsamen eigenen sich daher gut zur Behandlung von Verstopfung (Obstipation) oder unterstützend bei Krankheiten, bei denen ein weicher Stuhl erwünscht ist, wie z.B. Hämorrhoiden, Analfissuren oder nach Operationen. Da bei richtiger Anwendung praktisch keine unerwünschten Wirkungen zu befürchten sind, sind Flohsamen das Abführmittel der Wahl während Schwangerschaft und Stillzeit. Die abführende Wirkung beginnt etwa 12 bis 24 Stunden nach Einnahme, der maximale Effekt tritt erst nach einer Behandlung über 2 bis 3 Tagen auf.

Bei Durchfallerkrankungen bindet Psyllium Wasser und sorgt somit für eine Abnahme wässriger Stühle. Diese regulierende Wirkung kann bei Reizdarmsyndrom und entzündlichen Darmerkrankungen stabilisierend wirken.

Ballaststoffe sind zudem Bestandteil einer gesunden Ernährung. Die Einnahme von Flohsamen über längere Zeit wirkt cholesterolsenkend.

Worauf ist unbedingt zu achten?
Stuhlunregelmäßigkeiten über längere Zeit bedürfen immer einer ärztlichen Abklärung. Ferner dürfen Flohsamen wegen der quellenden Wirkung nicht eingenommen werden bei drohendem oder bestehenden Darmverschluss, Verengungen im Magen-Darm-Trakt oder der Speiseröhre. Wichtig ist auch die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, die Samen sollten zunächst vorgequollen und mit reichlich Wasser eingenommen werden. Bei Einnahme des trockenen Präparats, im Liegen oder vor dem Schlafengehen ist zu befürchten, dass die Quellung bereits in der Speiseröhre beginnt. Dies kann zu Schmerzen im Brustbereich und sogar zu Erstickungsanfällen führen. Bei Auftreten solcher Beschwerden muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Flohsamen können die Wirkung anderer Arzneimittel, aber auch gleichzeitig eingenommener Vitamine und Mineralstoffe beeinträchtigen. Es empfiehlt sich, die Medikamente etwa 1 Stunde vor den Flohsamen einzunehmen. Müssen Arzneimittel eingenommen werden, bei denen es wichtig ist, dass ein bestimmter Blutspiegel erreicht wird, wie z.B. Antiepileptika, sollte der Arzt die Therapie engmaschig überwachen. Dies gilt auch für insulinpflichtige Diabetiker, da Flohsamen den Insulinbedarf verringern können.

Patienten, die an entzündlichen Darmerkrankungen leiden, dürfen Flohsamen oder entsprechende Arzneimittel nur während der Remissionsphase verwenden. Kinder unter 12 Jahren sollen Flohsamen oder entsprechende Präparate nur auf ärztlichen Rat hin einnehmen.

Arnika gehört zu der Familie der Korbblütler und kann wie diese Allergien auslösen. Personen mit Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütler sollten Arnika meiden. Sollte während einer Behandlung keine Besserung oder sogar eine Verschlimmerung des Krankheitsbildes auftreten, darf die Therapie keinesfalls fortgeführt werden, da dies entweder einer Allergie oder einer Reizwirkung der toxischen Inhaltsstoffe zugeschrieben werden könnte.


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