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Die Bärentraube - Arctostaphylos uva-ursi

Pflanze des Monats - Die BaerentraubeDie unter Naturschutz stehende Pflanze wächst nur in den kühleren Zonen der nördlichen Hemisphäre und war daher lange Zeit nur in den nördlichen Ländern als Heilpflanze bekannt. Erst im 18. Jh. entdeckte man in Wien den Wert der Bärentraubenblätter und untersuchte zunächst ihre Wirkung bei Nierensteinleiden. Vor Einführung der Sulfonamide und Antibiotika stellte Bärentraubenblättertee ein beliebtes Mittel zur Behandlung von Infektionen der ableitenden Harnwege dar.
Weiterhin wurden Bärentraubenblätter wegen des hohen Gerbstoffgehalts zum Gerben von Leder und zum Färben von Wolle benutzt.

Bild: Isolde Altersberger, Henriette KressWoher kommt der Name?
Ausgehend von der Beobachtung, dass Bären die Früchte der Pflanze sehr gerne fressen, wird sie in vielen Sprachen als „Bärentraube“ (z.B. engl. bearberry, franz. raisin d’ours) bezeichnet. Der wissenschaftliche Name stellt ein Tautonom dar, d.h. eine Verdoppelung der gleichen Bedeutung. Arctostaphylos setzt sich aus dem Griech. „arctos“ = Bär und „staphyle“ = Traube, uva-ursi aus dem Lat. „uva“ = Traube und „ursus“ = Bär zusammen.

Wo kann die Bärentraube helfen?

Zubereitungen aus Bärentraubenblättern werden in Form von Blasen- und Nierentees oder Fertigarzneimittel alleine oder in Kombination mit anderen Pflanzen zur Behandlung von unkomplizierten Harnwegsinfekten, d.h. einer beginnenden Blasenentzündung ohne Fieber oder Blutbeimengung im Urin, empfohlen. In Laborversuchen konnte gezeigt werden, dass solche Extrakte keimabtötend auf bestimmte Erreger wirken. Zurückgeführt wird dies auf in der Blase gebildetes Hydrochinon, das in der Pflanze als Vorstufe, dem Arbutin vorliegt. Aussagekräftige klinische Untersuchungen zur Wirksamkeit existieren allerdings nicht.

Worauf ist unbedingt zu achten?
Da Hydrochinon selbst in hoher Dosierung oder bei langdauernder Anwendung zu Leberschäden führen kann und zudem im Verdacht steht, krebserregende und erbgutschädigende Wirkungen zu haben, verbietet sich eine Anwendung bei Kindern, Schwangeren oder stillenden Müttern. Zudem sollte die Behandlung nicht länger als sieben Tage und das nicht öfter als fünf mal pro Jahr durchgeführt werden. Eine unkomplizierte Blasenentzündung kann leicht fortschreiten, daher sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, wenn Fieber oder Blut im Harn auftreten oder sich die Beschwerden nicht innerhalb von zwei Tagen deutlich bessern.
Da die Wirksamkeit von Bärentraubenblättern sich bei einem basischen Harn am besten entfaltet, sollte man harnansäuernde Nahrungsmittel, wie z.B. Käse, Fleisch und Wurst meiden und sich überwiegend vegetarisch ernähren.
Bärentraubenblätter weisen einen hohen Gehalt an Gerbstoffen auf, die bei empfindlichen Personen zu Magenbeschwerden führen können. Durch die Zubereitung des Tees als Kaltmazerat lässt sich die Verträglichkeit verbessern. Eine während der Behandlung auftretende Grün- bis Blaugrünfärbung des Harns ist unbedenklich.

Quelle:  http://www.heilpflanzen-suchmaschine.de
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